Wir sind gerade dabei, ein großes Mosaik für beide Schulstandorte zu gestalten. Unterstützt von unserer Kulturagentin Kristin Reinhardt hatte sich der Fachbereich Kunst vor den Sommerferien an einer Ausschreibung der Neumayer-Stiftung beteiligt, um ein großes Mosaikprojekt als eine gemeinschaftsstiftende sowie eine sichtbare Verbindung zwischen den beiden Schulstandorten schaffende Gestaltungsmöglichkeit auf den Weg zu bringen. Dieses Projekt wurde schließlich von der Stiftung mit 10.000 Euro finanziell gefördert. Bedingung war die Beteilung einer ganzen Klassenstufe, um projektorientiertes Arbeiten zu fördern und die Schulgemeinschaft zu stärken. Wir haben die 10.Klassenstufe gewählt und in der letzten Woche vor den Herbstferien gemeinsam mit vielen Kolleg:innen, zwei Künstler:innen und über 90 Schüler:innen aller 10ten Klassen ein 12 m2 große Fläche mit Mosaik gestaltet. Ein Teil dieses Mosaiks wird nach den Ferien hinter dem Gedenkstein in der Nehringstraße angebracht werden, der ergänzende zweite Teil als sichtbare Verbindung zwischen den beiden Schulstandorten im Hauptgebäude (Sybelstraße). Vorausgegangen war, dass die 10ten Klassen in diesem Schuljahr im Fach Kunst in der Nehringstraße unterrichtet wurden, auch, um den Schüler:innen einen Ausblick auf den Übergang in die Oberstufe zu ermöglichen. Im wöchentlichen Kunstunterricht haben alle 10ten Klassen Erfahrungen und Skills in Bezug auf die Gestaltung mit Mosaik bzw. auch auf die Wirkungsweisen und die kunstgeschichtliche Bedeutung von Mosaik erworben und Entwürfe für die beiden Standorte kreiert. Aus allen Entwürfen haben die Künstlerin Julieta Ortiz de Latierro und der Künstler János Brückner drei Entwürfe entwickelt, aus denen in einer schulischen Abstimmung Entwurf Nummer 3 für die Realisierung gewählt wurde. Dieser Entwurf wurde in der Projektwoche von allen gemeinsam „stone by stone“ zu einem beeindruckenden Kunstwerk zusammengesetzt und wird demnächst von allen gesehen werden können. Wir danken allen Beteiligten und für den engagierten Einsatz und besonders auch dem Förderverein der Paula-Fürst-Schule für die Unterstützung!
Plotterprojekt in der Klassenstufe 4-6 2025
Tape Art Profilkurs 11
Wir haben in unserer Schule gerade ein aufregendes Kunstprojekt in den elften Klassen (Profilkurs Kunst) durchgeführt, das die kreativen Fähigkeiten der Schüler auf eine neue Art und Weise herausforderte. Unter der Leitung unserer Kunstlehrerin Frau Zenns und zwei Künstler:innen Sebastian und Ilkan, beschäftigten wir uns mit "Tape Art", einer Kunstform, bei der mit Klebeband (Tape) auf unterschiedlichen Oberflächen gearbeitet wird. Ziel war es, zwei unserer Aufenthaltsräume mit Tape-Art neu und kreativ zu gestalten. Das Projekt begann mit einer Einführung in die Grundlagen der Tape Art. Sebastian und Ilkan zeigten uns verschiedene Techniken, wie man mit dem Tape Linien und Formen gestalten kann. Anschließend ging es ans Eingemachte: Wir bekamen die Aufgabe, Entwürfe für zwei Aufenthaltsräume in der Schule zu gestalten, die wir dann im Januar und Februar mit Tape Art gestalten sollten. Das Projekt förderte nicht nur die künstlerische Ader der Schüler, sondern auch ihre Teamfähigkeit. Wir haben super zusammengearbeitet, Ideen ausgetauscht und gemeinsam Probleme gelöst. Dieses Tape Art Projekt wurde durch unsere Kooperation mit den Kulturagenten ermöglicht und war eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten. Es zeigt, dass Kunst nicht nur auf Papier oder Leinwand stattfinden muss, sondern dass auch alltägliche Materialien wie Klebeband zum Ausdruck kreativer Ideen genutzt werden können.
MOSAIK - mit den Kulturagenten und Janos Brückner
Der Fachbereich Kunst und Gestaltung der Oberstufe konnte den aus Ungarn stammenden Künstler Janos Brückner für das Projekt mit dem Leistungskurs der Klasse 12 gewinnen, der kürzlich in Budapest eine U-Bahn mit Mosaik gestaltet hat (Artmagazin ›). Das Projekt wird von den Kulturagenten finanziert und unterstützt. Mosaik ist ein außerordentlich vielfältiger Werkstoff. Von der Antike bis zur Gegenwart in der New Yorker U-Bahn, wo Künstler wie z.B. Chuck Close und Nancy Spero ihre Arbeiten in Mosaik übersetzten, lassen sich unterschiedlichste Vorstellungen realisieren.
Am ersten Tag erstellte die Klasse in Gruppen großformatige Collagen. Vorbereitend hatten die SuS Formen aus Zeitschriften ausgeschnitten und nach Farben sortiert, bevor diese in drei intensiven Stunden fertiggestellt wurden. Die Bildstruktur entwarfen sie selbst. Für das bald im Pavillon 1 in der Nehringstrasse hinter dem Waschbecken anzubringende Mosaik bereitete Janos Brückner eine Grundstruktur vor. Die SuS wurden in fünf Gruppen aufgeteilt, denen nach einer kurzen handwerklichen Einführung mit dem passenden Glasschneidewerkzeug die freie Gestaltung der Flächen überlassen wurde. Wir ließen uns vom Material verleiten und entwarfen Muster und kleine Bilder und überschrieben, verwischten und kommentierten so gemeinsam die vorgegebene bildnerische Struktur, die erst nach und nach sichtbar wurde: Es handelt sich um die Zeichnung einer überdimensionierte Augenpartie!
Auf einem Ausflug Richtung Ost-moderne um den Alexanderplatz herum hatten wir vorbereitend mit kunstkritischem Blick die überdimensionierten Darstellungen in Mosaik „Unser Leben“ am Haus des Lehrers (Walter Womacka, 1964) und das Mosaik „Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion“ (Bert Heller, 1964) gewürdigt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln verglichen. Wir sprachen über unterschiedliche Kontexte und Auffassungen von Kunst auf beiden Seiten der ehemaligen Berliner Mauer, über die ab 1957 in der DDR eingeschränkte künstlerische Freiheit und den teilweise problematischen Allianzen der Künstler, und über die Frage, ob man Mensch von Werk trennen sollte.
Weiterführend haben die SuS die Erfahrung in der Erstellung eigener Entwürfe in Form eines fiktiven Wettbewerbs für den halböffentlichen Raum des Schulgeländes im Rahmen einer Klausurersatzleistung genutzt. Kontextbezogenes Arbeiten, Zielgruppenorientierung, kollektive Entscheidungsprozesse bezogen auf Kunst im öffentlichen Raum, sowie kunsthistorische Bezüge waren Teil des fortlaufenden Gesprächs.
Wir freuen uns auf eine mögliche Fortführung des Projekts!